Fürchtet Euch nicht!

von Diskurs Hamburg

Seit knapp einem Jahr wird das gesellschaftliche und politische Leben von Corona beherrscht. Die deutschen Medien und hier wiederum insbesondere die öffentlich – rechtlichen Sendeanstalten, verbreiten hauptsächlich Angst und Schrecken ohne die veröffentlichte Zahlen der Infizierten in Relation zu setzen oder alternative Möglichkeiten der Virusbekämpfung zu diskutieren.

Die Universität Passau macht in einer Studie darauf aufmerksam, dass es über die Monate März bis Juni 2020, wo Ihre Forschungsarbeit zum Abschluß kam, bei ARD und ZDF 134 Sondersendungen zum Thema Corona gab. Von 106 Talkshows befassten sich 66 ausschließlich mit diesem Thema, wobei der Apokalyptiker Karl Lauterbach deutlich häufiger zu Gast war als der Hof – Virologe Professor Christian Drosten.

Die Politik hingegen übt sich zunehmend in Totalitarismus-Übungen: Maßnahmen, deren Sinnhaftigkeit nicht bewiesen ist und die rechtlich ausnehmend fraglich sind.

Ulrike Trebesius

Gleichzeitig werden die vielfältigen Kollateralschäden, die durch die politischen Maßnahmen im Kampf gegen das Virus veranlasst werden, oft nicht ausreichend diskutiert oder auf ihre Verhältnismäßigkeit geprüft.

So gibt es auch mehrere Monate nach dem ersten Lockdown noch keine fundierten Studien, inwieweit Kinder und damit Kitas und Schulen, zum Infektionsgeschehen beitragen. Trotzdem werden die Bildungseinrichtungen erneut und immer wieder geschlossen. Dabei stellt der online – Unterricht die Eltern und Kinder vor große Herausforderungen. Inwieweit die Entwicklung von Kindern langfristig gestört wird, die wochenlang mehr oder minder isoliert zu Hause unterrichtet werden, ist zumindest der Politik gleichgültig. Neben der Vermittlung von Wissen lernen die Kinder in den Schulen auch angemessenes Sozialverhalten in Gruppen, sie lernen den Umgang mit Konflikten und im besten Falle auch Sekundär-Tugenden wie Pünktlichkeit, Fleiss und Disziplin. Welche Auswirkungen hat der Lockdown also auf die nachfolgenden Generationen, die an verschneiten Wintertagen nicht mal mit den Eltern zum Rodeln in den Harz fahren dürfen? Kinder, die seit Monaten kein Kino oder keinen Sportclub mehr von innen gesehen haben. Wo lernen Sie Instrumente spielen, Schach oder Handball? Und interessiert dies irgend jemanden?

An den Universitäten sieht es nicht viel besser aus. Die knapp 40.000 Hamburger Studenten werden ebenso wie die Professoren seit Monaten mehr oder minder sich selbst überlassen. Welche Qualität werden also die Abschlüsse der Studenten in den nächsten Jahren auf dem Arbeitsmarkt haben, wenn mehrere Semester mehr oder minder im Selbststudium erfolgt sind. Was bedeutet es für die jungen Studenten finanziell, wenn ihre Jobs wegfallen? Welcher intellektuelle Austausch findet statt, der für ein Studium unablässig ist?

Von den Kirchen in Deutschland ist schon lange keine Hoffnung mehr zu erwarten

Zusätzlich wird im Augenblick der Mittelstand durch die Verlängerung der Lockdown – Maßnahmen pulverisiert. Bei vielen Unternehmen kommen die sogenannten November – Hilfen nicht oder zu spät an. Nur die erneute Verlängerung der Aussetzung des Inslovenzrechtes verschleiern hier das Ausmaß der Pleitewelle, die auf uns zukommen wird.

Nicht nur Restaurants, Hotels und Fitness – Studios sind betroffen sondern auch Messebauer, Veranstaltungsunternehmen, Reisebüros und natürlich in ganz besonderem Umfang auch Kunst und Kultur. So schön die live – Übertragungen ( ohne Zuschauer ) der Elbphilharmonie im Moment auch sein mögen, sie ersetzen nicht den realen Genuß von Musik. Galerien, Ausstellungen, Theater und Musical, sie alle werden dem Virus geopfert, ob sie nun hervorragende Hygiene – Konzepte hatten oder nicht, bleibt vor dem Hintergrund, dass auch hier Übertragungen nicht valide nachgewiesen werden können, gleichgültig.

Die Politik hingegen übt sich zunehmend in Totalitarismus – Übungen: Maßnahmen, deren Sinnhaftigkeit nicht bewiesen ist und die rechtlich ausnehmend fraglich sind. Zum Beispiel wird fragwürdige 15 km – Radius – Regelung  gerade potentiell um Ideen wie Handy – Tracking und ähnlichen Maßnahmen ergänzt, die eher einem Überwachungsstaat gerecht werden als einem demokratischen Land, dass seine Bürger nicht wie kleine unwillige Kinder behandelt, die man an die Leine nehmen muss. Eine Politik, die Grundrechte nun Privilegien nennt. Markus Söder phantasiert eine Corona – RAF herbei, möglicher Weise um vom vollständigen Versagen von EU und Bundesregierung bei der Impfstoffbeschaffung abzulenken und natürlich, um sich als potentieller Kanzlerkandidat anzudienen.

Von den Kirchen in Deutschland ist schon lange keine Hoffnung mehr zu erwarten. Sie haben sich längst den herrschenden Unmständen angedient und schließen oft im vorauseilendem Gehorsam ihre Gotteshäuser sogar zu Weihnachten. Sie schenken weder Trost noch Hilfe.

Niemand weist darauf hin, dass die Maßnahmen trotz aller Verschärfungen nichts genützt haben. Dabei ist die Definition von Wahnsinn nach Einstein: immer wieder das Selbe zu tun und dennoch andere Ergebnisse zu erwarten. Weiterhin überbieten sich Politiker mit immer härteren Maßnahmen vom Lockdown light hin zum totalen Lockdown. Man darf auf die zukünftigen Bezeichnungen gespannt sein.

Dabei brauchen wir Menschen doch Hoffnung, insbesondere in Zeiten wie diesen. Zukunftsforscher haben längst damit begonnen, postpandemische Szenarien zu diskutieren und diese geben durchaus auch Grund zur Hoffnung. Zwar werden auch dystopische Varianten diskutiert, die eine Wirtschaft und Gesellschaft im Daueralarm zeigen. Jedoch ist bei vielen Menschen eine zunehmende Corona – Müdigkeit zu spüren, die sich eben in unterschiedlichen Formen des Ungehorsams ausdrücken. Seien es die Winterausflügler, die sich über die staatlich verordnete Panik hinwegsetzen und fröhlich rodeln gehen oder Unternehmer, die sich unter „Wir machen auf“ organisieren. Seien es Bürgermeister von Tübingen oder Magdeburg, die die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen hinterfragen und mit eigenen Stragien erfolgreich sind. Seien es online – Plattformen und Blogs, die wachsende Zahlen vermelden von Lesern, die sich alternativ informieren. So hat zum Beispiel Tichys Einblick mittlerweile 37.000 gedruckte Exemplare pro Monat auf dem Markt und immerhin 2,15 Millionen page views. Ganz ohne GEZ – Zwang entscheiden sich Menschen freiwillig, für guten Journalismus zu zahlen.

Deswegen habe ich die Hoffnung, dass langfristig andere Szenarien der Zukunftsforscher die Oberhand gewinnen: diese, die eine resiliente Gesellschaft hervorbringen, die mutig den Neu – und Wiederanfang wagt. Die die demokratischen Umstände überdenkt und stärkt und eigenverantwortlich handelt. Die neue Innovationen vorantreibt, die Digitalisierung endlich umsetzt und wieder ergebnissoffen die Wissenschaft mit einbezieht. Die unsere Wirtschaft flexibler auf Veränderungen reagieren lässt oder eine Rückbesinnug auf Werte wie Familie und Gemeinschaft stärkt.

Mir ist sehr bewusst, dass sich die Situation noch weiter verschärfen wird. Ich gehe davon aus, dass der Lockdown mindestens bis Ostern anhalten wird. Ich weiß, dass viele Menschen gerade eher sehr pessimistisch, ängstlich und besorgt sind. Dem möchte ich Hoffnung entgegen setzen.

Denn jede Krise birgt auch eine Chance. Deshalb glaube ich an Freiheit statt Angst! Und ende mit einem Zitat von Erich Kästner:

Wird’s besser, wird’s schlimmer

Fragt man alljährlich.

Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich.

DAS KÖNNTE IHNEN GEFALLEN