Der Teelicht-Ofen oder „Zurück ins Mittelalter“

von Diskurs Hamburg

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Wer in diesem Sommer öfters an der Nordseeküste unterwegs war, der hat registriert, dass die vielen Windkraftanlagen, welche die einst so schöne Region verunstalten, stillstehen. Kein Windhauch. Keine Böe. Nicht im Februar, nicht im April und auch nicht im August. Unweigerlich denkt man, wie vollkommen verrückt ein Land sein muss, noch dazu, wenn es sich um die viertgrößte Industrienation der Welt handelt, das seine Versorgungssicherheit auf diese unsichere Form der Stromgewinnung setzt. 

So passt es auch, dass die Zeitschrift „Chip“, die ihre Leser bislang zu den neuesten Entwicklungen im Bereich von Software, Hardware und neuen technologischen und technischen Innovationen versorgte, heuer mit dem Betrieb von Teelichtöfen vertraut macht. Das Deutschland des Jahres 2022 zeigt ein düsteres Bild in Sachen Zukunft und Innovation. Es ist ein Land, dass Blackouts bespricht als würde es sich um das Wetter handeln und nicht um eine dramatisch gefährliche Situation für eine ganze Nation, die durch Fehleinschätzungen der Politik hervorgerufen wurde. Städte verteilen Flyer an ihre Einwohner zu einem Thema, dass vor 2 Jahren noch den sogenannten Preppern vorbehalten war, die damit ganz offensichtlich die jetzigen Entwicklungen richtig vorausahnten. 

Was ohnehin jeder geistig normalbegabte Mensch wissen konnte, der die sogenannte deutsche Energiewende aufmerksam verfolgte. Manfred Haferburg, eine Koryphäe auf dem Gebiet sicherer Atomkraftwerke weltweit, gehört ebenso zu den langjährigen Warnern vor den Konsequenzen deutscher Energiepolitik wie der ehemalige Hamburger SPD-Abgeordnete und Umweltsenator Fritz Vahrenholt. Sicherlich wird das Problem durch den Russland-Ukraine- Krieg verschärft, jedoch liegen die eigentlichen Ursachen woanders. Wer gleichzeitig aus Kohle und Kernenergie aussteigt, ohne für ausreichend Alternativen gesorgt zu haben, den trifft die einseitige Abhängigkeit von Russland umso härter. 

Jetzt bricht sich die Realität Bahn im Deutschen Wolkenkuckucksheim. Der eben noch so beliebte Wirtschaftsminister Robert Habeck kann mit Genuschel und Wuschelkopf kaum mehr überzeugen. Er warnt sogar vor den Folgen der Politik, die insbesondere seine Partei in den letzten Jahren zum Schaden unseres Landes vorangetrieben hat. Sicherlich hat die Regierung Merkel erheblichen Anteil am Desaster, jedoch ließ diese sich eben oft von den Grünen und ihren Ideen vor sich hertreiben. Begleitet und orchestriert von nahezu allen Medien dieses Landes, die kritiklos und ohne die Folgen zu hinterfragen ebenso in der Verantwortung stehen. 

„Die Hütte brennt!“, warnte der Brandstifter Habeck die entsetzen Bürger dieses Landes, die eigentlich mit ihrer erheblichen Steuerlast dazu beitragen, dass eben eine intakte Infrastruktur und eine Versorgungssicherheit durch den Staat gewährleistet wird. 

Dieser Staat jedoch, vertreten durch seine Politiker, lassen den Bürger nun im Stich oder erteilen ihm dümmlichste Ratschläge. Winfried Kretschmar aus „The Länd“ fordert die Bürger auf, doch auf Waschlappen zu setzen, statt zu duschen. Auch um sonstige Tipps zum Energiesparen ist man nicht verlegen und mischt sich damit in einer Weise in das Privatleben seiner Bürger, wie es nicht einmal der untergegangene Ostblock je gewagt hat.

Kretschmar ist dabei genauso Planwirtschaftler – als alter Maoist und ehemaliges Mitglied einer K-Gruppe – wie viele ältere Mitglieder der „Grünen“. So erklärt sich dann wohl auch, dass der junge Nachwuchs radikale Ideen vertritt, die allesamt dem Geiste des Sozialismus entspringen. Auf der Homepage der Jugendorganisation werden Umweltschutz, Gerechtigkeit und Kampf gegen Ausbeutung angepriesen und unter dem Schlagwort „Wirtschaft“ werden Umverteilungspläne dargestellt, die jeden marktwirtschaftlichen Ansatz vermissen lassen. Und auch der Umweltschutz scheint den jungen und alten Grünen nicht mehr ganz so wichtig zu sein. Denn sonst müssten sie – aus Gerechtigkeitsgründen ebenso wie aus Gründen der CO2- Einsparung – für den Weiterbetrieb der noch vorhandenen Kernkraftwerke werben. So ist es eben, wenn man einer Ideologie folgt und weder Wissenschaft noch Vernunft. 

Manfred Haferburg beschreibt jedenfalls eindrücklich, was auf die Menschen im Falle eines großflächigen Blackouts zukommt. „Erwarten Sie keine Hilfe.“ ,schreibt Haferburg. Erst wäre es ganz kuschelig: mit Kerzen, kalter Wohnung, kaltem Essen, kein Fernsehen, kein Internet. Keine Toiletten-Spülung. Dann jedoch wird es gefährlich: Trinkwasser und Nahrungsmittel werden knapp. Medikamente fehlen. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen kämpft das Personal um das Überleben der Hilfsbedürftigsten. Wer befreit Menschen aus Zügen, die mitten auf der Strecke ohne Strom stehengeblieben sind? Wer Menschen aus Fahrstühlen oder Tunneln? Wie erreicht man Polizei oder Feuerwehr, wenn die Telefone und Handys nicht mehr funktionieren? Und wie gestaltet sich das nach 3 Tagen, nach 5 oder gar 10? So lange wird es nämlich dauern, um die Versorgung des Landes wieder herzustellen. Wie viele Menschen werden dabei ihr Leben verlieren? 

Diese Fragen müssen von unserem Bundeskanzler und von unserem Wirtschaftsminister beantwortet werden. Besser wäre es, sie würden ähnlich wie die Polen Verträge mit anderen Ländern schließen, um die Versorgungssicherheit zu garantieren. So hat zum Beispiel Polen am 27. September 2022 eine neue Pipeline zwischen dem eigenen Land und Norwegen eingeweiht. Eine Möglichkeit, die wohl naheliegender ist als Anfragen in Regimen wie Qatar und Saudi-Arabien. Jedoch hat Deutschland diese Variante wohl ausgeschlagen, da Norwegen auf Verträgen bis ins Jahr 2035 bestand. Dies soll abgelehnt worden sein, da unsere Regierung am Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu 2030 festhält. Zum Schaden der eigenen Bevölkerung. 

Die vielbeschworene europäische Solidarität dürfte jedenfalls nicht zum Tragen kommen. Die Autorin dieser Zeilen war in den letzten Monaten öfters aus beruflichen Gründen in Österreich. Hier kann man aus topographischen Gründen natürlich auf Wasserkraft setzen. Tagsüber werden die Netze im Salzburger Land mit der billigen Solarenergie aus Bayern geflutet. Und nachts, wenn es im schönen Bayern dunkel ist, verkauft man den Deutschen den durch Wasserkraft gewonnen Strom zum vierfachen Preis zurück. Die Stromkunden in Salzburg haben sich deshalb darüber gefreut, für 3 Monate Strom zu reduzierten Preisen beziehen zu können.

Wir werden hier im besten Falle also im Winter die klammen Finger über dem Teelichtofen wärmen und hoffen, dass die Auswirkungen der katastrophalen Energiepolitik Deutschlands die Bevölkerung zum Umdenken zwingen, bevor es zu spät ist und alle Industrien nach China oder in die USA abgewandert sind, wo der Strom billig ist. Dann werden wir hoffentlich begreifen, dass die soziale Marktwirtschaft eine Errungenschaft ist, die es gegen grüne und rote Interventionen zu verteidigen gilt.

DAS KÖNNTE IHNEN GEFALLEN