Fridays for Future und die Realität

von Diskurs Hamburg

Der Beitrag im PDF-Format findet sich hier.

Mehr als 45.000 Menschen sind zum Klimagipfel nach Ägypten gepilgert, um dort gemeinsam an der Klimakonferenz in Scharm el-Scheich das für sich in Anspruch zu nehmen, was man anderen so gern verwehrt: zu Reisen. So wie bereits im letzten Jahr nach Glasgow kamen außerdem 110 Staats- und Regierungschefs und 2000 Redner, um über den Klimawandel zu debattieren. Viele reisen mit Privatjets und Regierungsfliegern an. Eine 6-spurige Autobahn musste gebaut werden. Schätzungsweise 400 Privatjets mussten auf nahe gelegene Flughäfen umgeparkt werden.  Für die Staatschef wurden natürlich die eigenen Limousinen angeliefert, um staatstragend vorfahren zu können. 

Gern setzt man sich für die gute Sache in Szene: ob EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen oder der französische Präsident Emmanuel Macron. Selbstverständlich sind auch die deutschen Klima-Ikonen Außenministerin Annalena Baerbock, Umweltministerin Lemke, Landwirtschaftsminister Özdemir, Entwicklungsministerin Svenja Schulze gekommen: jeder reiste mit einem anderen Linienflug an. Die sogenannte Klimaaktivistin Luisa Neubaur reiste mit einer ganzen Truppe an: 4 Tage fuhr man mit diversen Zügen bis nach Istanbul, um dann von dort mit dem Flugzeug die letzte verbleibende Strecke über das Mittelmeer zu absolvieren. 

Während man den Geschäftsreisenden in Deutschland nahelegt, Kurzstrecken mit der Bahn zu fahren und Urlaubsreisenden ganz aufs Fliegen zu verzichten, nimmt sich die neue grün-feudale Elite selbstverständlich heraus, dass verpönte Verkehrsmittel zu benutzen, da man ja aus moralischen Gründen handelt. Weder in Glasgow noch in Sharm el-Scheich wird das Klima gerettet werden und schon gar nicht von den eigens dazu angereisten Personen. Welche vernünftigen Entscheidungen sollten gemeinschaftlich von 45.000 Menschen getroffen werden können? Darum geht es wohl auch nur am Rande: in erster Linie dokumentiert man sein moralisch unangreifbares Handeln. Man kann um die ganze Welt fliegen, wenn man es denn nur für das Klima tut. Dass wir es hierbei insbesondere bei den deutschen Klimarettern mit Vielfliegern zu tun haben, die Bilder von ihren Reisen rund um die Welt in den sozialen Netzwerken posten, interessiert weder die Politik noch die Medien. Denn diese sind häufig selbst Teil der Inszenierung. So reiste der grüne Ministerpräsident Kretschmann aus Baden- Württemberg mit einem Tross von 100 Begleitern diese Woche in die USA, viele davon sind Medienvertreter. Ob Herr Kretschmann den Amerikanern Energiespartipps angedeihen lassen will oder sie über den Einsatz von Waschlappen aufklären möchte, ist nicht bekannt.

Längst ist also die Klima-Industrie im Mainstream angekommen und dominiert die gesamte Öffentlichkeit. Deshalb ist es umso überraschender, dass aus der Gesellschaft und insbesondere aus der jungen Generation keine Gegenbewegung entsteht, die sich gegen das Establishment positioniert. Im Gegenteil geht es einem kleinen Teil der deutschen Jugend nicht weit genug, weswegen sie sich als „Letzte Generation“ verstehen, die die Welt retten will, bevor die Apokalypse über uns hereinbricht. Es wurden zu Recht schon Parallelen zu einer Religion gezogen, die sich in mehreren Attributen äußern, wie Verunglimpfung von Häretikern als Leugnern, Aufbeschwören der Apokalypse, das Leisten von Abbitte durch vermeintlich klimagerechtes Handeln etc.

Während in der Vergangenheit häufig insbesondere junge Menschen sich gegen den Zeitgeist auflehnten, sind diese heute oft diejenigen, die den Mainstream bedienen und sich dabei als revolutionär empfinden. Im Übrigen vertreten sie nur eine Minderheit, der sich ein Großteil der jungen Menschen nicht anschließen, auch wenn in den Medien oft dieser Eindruck erweckt wird. Sicherlich tragen die aufsehenerregenden Aktionen dazu bei: wer sich an Straßen festklebt oder Meisterwerke wie jenes von Gustav Klimt in Wien mit Öl übergießt, dem ist Presse gewiss. Es ist auch nichts dagegen einzuwenden, dass man sich für eigene Positionen einsetzt. Den meisten Menschen stößt dabei jedoch sicher auf, dass es hier zu Ungleichbehandlungen kommt. Anstatt die schweren Eingriffe in den Straßenverkehr hart zu ahnden, schützen die Polizeibeamten besonders in Berlin die Klima-Kleber. Insgesamt 70 Notarzt-Einsätze sollen dadurch in diesem Jahr bereits erschwert worden sein. Doch auch Handwerker, die zu ihren Terminen wollen, Mütter, die Kinder zur Schule oder Verwandte zum Arzt bringen, sind davon betroffen. Aus Sicht der „Letzten Generation“ spielen Berufstätigkeit, wirtschaftliches Handeln oder medizinische Notfälle im Angesicht des baldigen Unterganges der Welt eben nur eine untergeordnete Rolle.

Dabei wäre natürlich Aufklärung richtig und notwendig. Natürlich verändert sich das Klima und selbstverständlich haben Menschen Einfluß darauf. Seit wir auf dieser Erde seßhaft wurden und für Ackerbau und Viehzucht Wälder zu roden begannen, beeinflussen wir die Landschaft und dadurch auch das Klima. Allerdings scheinen Faktoren, die noch bis vor 10 Jahren richtigerweise und ernsthaft diskutiert wurden, heute keine Rolle mehr zu spielen. So haben Sonnenstürme und Sonneneruptionen schon immer auf unser Klima eingewirkt. Die Erdachse trudelt schon immer, so dass der Einfallswinkel der Sonne in den vergangenen Jahrmillionen für erhebliche Klimaveränderungen sorgte und so aus einer einstmals grünen Sahara eine Wüste wurde. Ebenso spielt die Platten-Tektonik eine wichtige Rolle, so dass es eben zu unterschiedlichen Ständen des Meeresspiegels führen kann. Zusätzlich befinden wir uns gerade noch in einer sogenannten „Kaltphase“, wie Klimaforscher dies benennen, so dass eine Anpassung des Klimas stattfindet.

Jedoch korrigiert niemand öffentlich und angemessen die junge Klima-Aktivistin Carla Rochel die in einer Lanz-Sendung behauptete, dass bereits Milliarden von Menschen in Palau im Südpazifik dem Klimawandel zum Opfer gefallen sind: dort leben aktuell nur 19.900 Menschen. Vielmehr soufflierte Lanz, dass sie wohl „weltweit“ meinte. Was im Übrigen auch nicht stimmt. 

Man könnte und müsste argumentieren, dass die empirischen Ergebnisse von 80 Jahren Kernenergie deutlich machen, dass Atomkraftwerke nicht so gefährlich sind, wie von den Grünen und der Klima-Jugend behauptet. Im Gegenteil ist es in dieser Zeit lediglich zu 3 Vorfällen gekommen. Harrisburg im Jahre 1979, ohne Todesopfer. Fukushima, im Jahre 2011 nach einem der stärksten Erdbeben der Geschichte und einem sich anschließenden Tsunami. Die gezählten Todesopfer von 17.000 sind alle der Todeswelle geschuldet. Lediglich 1 Mensch, der zuständige Ingenieur, ist beim Abschalten tödlich verunglückt. Schwieriger ist es tatsächlich mit Tschernobyl, was sicherlich auch an den Vertuschungen der ehemaligen Sowjetunion liegt, die diesen Unfall bagatellisierte und die eigene Bevölkerung weder schützte noch warnte. Dies sollte eher ein Grund sein zu hinterfragen, ob sozialistische Regime menschenfreundlich sind. 

In den meisten Ländern der Welt gilt Atomstrom als „erneuerbare Energie“ und sogar Greta forderte Deutschland jüngst auf, diese Energiequelle zu nutzen, um die Atmosphäre vor dem vermeintlich gefährlichen Klimagas CO2 zu schützen. In Gegenmodellen wird der Einfluss des Klimagases, dass in erster Linie für die Photosynthese und damit direkt für das Pflanzenwachstum zuständig ist, als weniger gefährlich angesehen. Darüber soll in diesem Beitrag jedoch nicht geurteilt werden. Wer jedoch so kritisch und bis auf die Kommastelle zählt, sollte ebenfalls die Auswirkungen von Windkraftanlagen, die flächendeckend insbesondere den Norden unseres Landes überziehen, bedenken. Immer mehr Tierschützer aber auch Meteorologen warnen vor den Folgen wie Beeinflussung des Mikro-Klimas durch Verwirbelungen von unteren Wolkenschichten, sowie Beschädigungen von Insekten – und Vogelschwärmen. Auch die Monokulturen, die sich in den letzten Jahrzehnten auf den deutschen Äckern in Form von Maisfeldern etabliert haben, haben erhebliche Auswirkungen. Ursprünglich zur Erzeugung von Biomasse und damit zum Betreiben von Bio-Diesel gedacht, haben diese auch dazu geführt, dass viele Insekten ihren natürlichen Lebensraum verloren haben. Die Vögel, die früher eben diese Insekten fraßen, sind damit ebenfalls betroffen. Das ist also der Fluch der guten Tat, den grüne Politik unmittelbar verursacht haben. ohne nun die Folgen anerkennen zu wollen.

So fokussiert man sich hierzulande lieber auf Luisa Neubaur, anstatt junge Erfinder in den Vordergrund zu stellen, die durch Fleiß und Entwicklergeist dazu beitragen, die Umwelt tatsächlich zu schützen und die trotzdem in den Medien keine Rolle spielen. Genannt sei hier stellvertretend der junge holländische Ingenieur Boyan Slat, der eine Meeres-Reinigungsanlage entwickelt hat, um die Ozeane von Plastikmüll zu befreien. 

Jedoch geht es bei den Untergangsszenarien wohl offensichtlich nicht darum, tatsächlich Lösungen für die Zukunft zu finden. Dazu gehörte eben Forschung und Entwicklung, statt „de-growth“, wie er von den jungen „Aktivisten“ und von den Grünen gepredigt wird. Somit sind sie wohl „nützliche Idioten“ für Politiker, die gerade erklären müssen, dass auf Grund ihrer Fehler der vergangenen Jahre für die Energieknappheit, weltweit die höchsten Strompreise (auf Grund der hohen Steuerlast auf Energien) und damit die De-Industrialisierung Deutschlands mit verantwortlich sind. So sind die Bürger dieses Landes, die ihren Job verlieren, weil ihre Unternehmen nach China oder in die USA abwandern, oder die ihre Stromrechnungen nicht mehr bezahlen können, Kollateralschäden der grünen Politik. Und damit auch des Klimawandels — irgendwie. 

DAS KÖNNTE IHNEN GEFALLEN