Der Alsterdorfer Diskurs – quo vadis? (Teil II)

von Diskurs Hamburg

Der Beitrag im PDF-Format findet sich hier.

Da wir uns nun unumstößlich in Zeiten sich etablierender „Künstlicher Intelligenz“ befinden, erscheint es opportun, sich auch im Rahmen unserer Arbeit beim „Alsterdorfer Diskurs“ gedanklich, aber natürlich kritisch, mit der Anwendung von „KI“ zu befassen, erst recht in diesen stürmischen Zeiten bei einer Großzahl von Bedrohungen und drastischen Änderungen mit eindeutigen Weckrufen aus dem bisher zunehmenden „Wohlstandsschlaf“. Ich habe hier mit einigen einfachen Fragen unter Benutzung von „Microsoft 365 Copilot“ begonnen (siehe Punkte 1. bis 3.):

1.Frage:  Was ist der Alsterdorfer Diskurs?

Der Alsterdorfer Diskurs ist eine offene Diskussionsrunde zu aktuellen politischen Themen, die vom Ortsverband Alsterdorf organisiert wird. Es handelt sich um eine Plattform, auf der verschiedene politische und gesellschaftliche Themen konstruktiv diskutiert werden können. Die Veranstaltungen bieten oft Einführungsreferate von Experten zu spezifischen Themen, gefolgt von offenen Diskussionen. Interessiert dich ein bestimmtes Thema, das dort besprochen wurde?

2.Frage:  Wie beeinflusst der Alsterdorfer Diskurs die lokale Politik?

Der Alsterdorfer Diskurs hat einen bedeutenden Einfluss auf die lokale Politik, indem er eine Plattform für den Austausch von Ideen und Meinungen bietet. Durch die Diskussionen und Debatten können Bürger und Experten ihre Perspektiven teilen und so zur politischen Entscheidungsfindung beitragen. Diese Veranstaltungen fördern das Verständnis für verschiedene Standpunkte und tragen zur Stärkung der demokratischen Kultur bei. Hast du schon einmal an einer solchen Veranstaltung teilgenommen?

Tippt man dann unten auf diesen Button „1diskurs-hamburg.de“, kommt erstaunlicherweise dieser mein Artikel aus D44-5 (3.8.2024) heraus: D44-5 Der Alsterdorfer Diskurs – quo vadis?  Hier ist jetzt der Einsatz von „KI“ zu Ende. Ich gebe den Text aus D44-5 aber noch einmal wieder, weil sich immer schneller im Format des Diskurses eine positive Entwicklung zeigt, die aufzuschreiben es sich lohnt.

…“Demokratie ist ein Zustand permanenter Auseinandersetzung, möglichst konstruktiv im letztlichen, überlegenen Konsens der Demokraten. Bei jedoch defizitärem Gebrauch sowie libertärer Überhöhung stellt die größte Gefahr für die Demokratie schließlich die Demokratie selbst dar. Als der Eiserne Vorhang fiel, dachte man, dies sei das Ende der Geschichte. Wir erleben es ganz anders. Warum? Es fehlt an Bildung, historischer Wahrnehmung und ergebnisorientierter Entschlusskraft. Diese kann man sich aber durch ständiges und gemeinschaftliches Bemühen verschaffen. 

Wenn jedoch nur 2 bis 2,6 % der Bevölkerung wirkliches politisches Engagement zeigen, wird es bereits schwierig, denn wer keine hinreichende Ahnung hat, hat auch keine Meinung. Unter der erschlagenden Masse aller Formen politischer Auseinandersetzungen überhaupt und erst recht in dieser global-zentrifugalen Gegenwart kann man die „Bundeszentrale für politische Bildung“ als einen möglichen Anker erkennen. Einen gedanklichen Leitfaden liefert z.B. der Dialog unter dem Titel „Dieser westliche Triumphalismus ist ein großer Selbstbetrug“   –   schnell im Internet zu erreichen: 

https://www.bpb.de/themen/deutschlandarchiv/542672/dieser-westliche-triumphalismus-istein-grosser-selbstbetrug

Wenn wir uns also der sehr zu lobenden Mühe eines „Alsterdorfer Diskurses“ unterziehen, braucht es Struktur – Voraussetzung für jeglichen Erkenntnisprozess und Erfolg. Dann auf der einen Seite – sehr zu lobende! – differenzierte Artikel zu schreiben und auf der anderen Seite diese in einem offenen Restaurant bei Lärm und ungeregelt-konkurrierendem Gedankenfluss, vielleicht noch in nihilistischer Selbstironie, zu diskutieren, ist nur anstrengend und führt nicht zum Ziel. Dass deshalb jetzt ein neues Format beginnt, ist sehr zu loben! Wie überall im Leben, wo es belastbar vorwärtsgehen soll, braucht es letztlich Qualität. Und diese gewinnen wir nur in einem abgeschlossenen Raum bei klarer Themensetzung, möglichst ausgewählten Sachvorträgen, die angekündigt werden, auf die sich jeder ggf. vorbereiten kann und die anschließend unter Führung eines Moderators diskutiert werden. Die CDU ist wieder stärkste Kraft, kommt aber bisher über diese ca. 30 % noch nicht hinaus. Dabei besitzt sie ein gutes neues Grundsatzprogramm mit dem Credo „CDU pur“. Dies ist aber kein Selbstläufer, sondern will gemeinschaftlich und belastbar gelebt werden. Das fehlt noch in fundierter Breite mit besserem Schulterschluss. Wir können das! 

Unter bewusstem Verzicht auf einen langen Artikel seien mir bitte diese Gedanken, komprimiert auf einem Blatt, gestattet. Dr. Hermann Uhlig, Orthopäde im sog. „Unruhestand“ und als einer, der einst seine Freiheit aus der DDR-Diktatur heraus hart erkämpfen musste und leider zunehmend nicht nur erstaunt, sondern erschrocken ist, wie das Wort „Freiheit“ sich zunehmend abnutzt, bis hin zum billigen Konsumartikel, sodass Radikalität in Gestalt rechter und linker Strömungen geradezu logisch ist. Deshalb:

„O Freunde, nicht diese Töne! Sondern lasst uns angenehmere anstimmen und stimmungsvollere!“ (Ode an die Freude, Weltkulturerbe, Europahymne, zeitlos).“

(Ende von Teil I).

Es ist nun sehr positiv festzustellen, dass das neue Format des „Alsterdorfer Diskurses“ ordentlich Gestalt angenommen hat und beständig weiterentwickelt wird – jetzt sogar mit dem Ziel, darüber hinaus ein „Projekt CDU-Programm“ ins Leben zu rufen. Wie sinnvoll oder nötig das sein kann bzw. ist, zeigen uns die Ergebnisse zu den Bundestags- und Bürgerschaftswahlen und überhaupt der aktuelle Zustand in dieser Welt. Es ist eben ganz anders gekommen als einst nach dem Fall des „Eisernen Vorhanges“ gedacht: Die Geschichte geht weiter, leider sogar wieder bedrohlich (auch Friedrich Merz sagte es auf der Wahlkampfveranstaltung hier in Hamburg am 28.2.25):

Warum? Was nicht gepflegt wird, geht in zunehmender Schlaffheit einfach verloren. Dann kommen die verführerischen, letztlich destruktiven Kräfte hervor, die in Trümmern enden. Plötzlich wird Frieden, an den man sich so sehr gewöhnt hatte, wieder durch destruktiven Streit, Krieg und Konfrontation statt Kooperation abgelöst. Und danach ist es wie immer: Aus Schaden wird man klug, schließlich hat es auch der Letzte begriffen und alles beginnt von vorn – in der Ökonomie nennt man dies „Schweinezyklus“. Muss das sein? Gilt weiter „…Wann wird man je versteh’n?“ …

Darauf müssen wir eine Antwort geben: Bildung, Mut und Einsatz in positiver Gemeinschaft sind unschlagbar und bedürfen der täglichen Aufrechterhaltung: DAS ist Demokratie! Also Kooperation statt Konfrontation – mit Kompromissen, aber leistungsfähigen! Das ist anstrengend, keine reine Freude und so stellt sich eben Verantwortung als Grundlage für Freiheit, Frieden und Wohlstand dar. Wenn wir also jetzt in Hamburg mit einem „Projekt CDU-Programm“ aufbrechen, werden wir sehr schnell auf Widerstände treffen. Jeder muss nun wissen, was das bedeutet. Aber leichter wird es, gemeinsam und geschlossen als überzeugende Kraft aufzutreten – zusammen mit der CDU-Zentrale, also wohl mit eigenen Ideen, aber nicht im Alleingang gegen eine – noch? – und überwiegend andere Hamburger Parteienlandschaft.

Hier ein bedeutungsvolles Stichwort: „Kooperative Intelligenz“. Dazu gibt es ein empfehlenswertes, hervorragendes Buch mit den Leitbegriffen „Egoismus, Konkurrenz, Kooperation, Spieltheorie“ von Roger Highfield, Martin A.Nowak: „Kooperative Intelligenz, das Erfolgsgeheimnis der Evolution“. Beck-Verlag, München 2013. ISBN 9783406655470

Wir sehen nun die Lage: Das Weltgefüge ändert sich jäh! Die Bundesrepublik steht im Sturm einer gescheiterten Ampel-Regierung mit schnellen Neuwahlen vor rasant gravierend-fortschreitenden Herausforderungen. Investitionen sind unentbehrlich, höchst aktuell in zwei sog.Sondervermögen für Infrastruktur und Verteidigung von insgesamt 1 Billion € für die nächsten 12 Jahre. Diese können durchaus sehr wirksam sein  – Wirtschaftsinstitute rechnen mit einem Wachstum des BIP schon in 2026 ggf. bei 1,5 – 2,1 %, aber: Geld wird nur wirksam, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, also ein Politikwechsel und wirkliche Reformen stattfinden!

Insofern ist sich die CDU mit Friedrich Merz an der Spitze sehr im Klaren, dass es zu diesem Zweck nun harte Koalitionsverhandlungen unter Prioritätensetzung geben muß (siehe seine Reden und Interviews). Außenpolitisch bedrohen uns nun hauptsächlich nicht nur Russland, sondern sogar die USA mit gnadenlosen Auftritten durch einen Überfallskrieg auf die Ukraine bzw. durch eine radikalen MAGA-Trump-Politik. Die bisher befreundete Macht USA läßt sich jetzt ihren militärischen Schutz eher sogar bezahlen oder läßt ihn knallhart fallen.

Was heißt das? Wer es jetzt richtig verstanden hat, wird sich der Macht „kooperativer Intelligenz“ bewußt sein. Skrupellose Aggressionskriege und imperialer Größenwahn als brutale MAGA-Politik sind nachweislich auf die Dauer vergeblich, weil sie statt zu integrieren nicht produktiv, sondern leider nur kontraproduktiv-irreparabel zerstören.Genauso ist es wissenschaftlich erwiesen, das in funktionierenden Demokratien ein Wohlstand erreichbar ist, den Autokratien und erst recht Diktaturen nie schaffen.

Dazu war in der „WirtschaftsWoche“ Nr.51 vom 13.12.2024 auf den Seiten 42 – 44 ein eindrücklicher Artikel erschienen: Joost Haddinga (wiederholter Preisträger und zurzeit tätig am Institut für Weltwirtschaft in Kiel): „Demokratie schlägt Autokratie“ mit den Untertiteln Was lehrt uns die Geschichte? Wohlstandsinklusive Despoten? Was fördert Wohlstand? Fortschritt = Wohlstandsplus?

„Fazit: Demokratie siegt.“ Und: „Der wohlwollende Diktator ist ein falsches Ideal.Man vertraut besser auf die verstreuten Informationen von Marktteilnehmern“. Also achten wir jetzt genau darauf, wie Deutschland schnell als Motor von Europa mit ausgewählten Partnern, auch weltweit, auf die Beine kommt, indem es u.a. seine riesigen Kredite alias „Sondervermögen“ in wahre, also Gewinn bringende Investitionen verwandelt.

Wir können in diesem Sinne – hier stark komprimiert ausgedrückt – mit unerem „Alsterdorfer Diskurs“ bzw. nun mit dem „Projekt CDU-Programm“ ein sinnvoller Teil eines neuen, aber unentbehrlichen Aufbruchs sein, der einen tatsächlich bedrohlichen Abstieg, gar eine Vernichtung, verhindert und einen Aufschwung in diesem Spannungsfeld bedeutet.

Denken wir daran: Die Überlegenheit des Westens in der Vergangenheit, die schließlich mit dem Fall des Eisernen Vorhanges siegte, war das Produkt von Fesseln freier Bündnisse starker Länder, so sehr es auch zuweilen in ihnen gärte. Freie, vernetzte Politik mit kurz-, mittel- und langfristigen Inhalten ist unter den genannten Prämissen nicht zu schlagen! Im Übrigen entspricht sie auch einem humanistischen, christlich-demokratischen Menschenbild. Genau das sollte man wissen und nun erst recht es in dieser noch schwierigeren, multipolaren Welt konsequent realisieren, d.h., sich wieder einmal wirklich anstrengen. Wir können und sollen eine Dynamik in Gang setzen, die sich selbst befeuert und ein mindset, eine Denkweise, generiert, die Freude an Leistung bereitet – ohne Burnout oder Boreout, etc.

Also weiter so:  Sehr schnell hat sich unser Diskurs u.a. quasi mit einer „Restaurants-Runde“ in  eine strukturierte Plattform mit politischer Bedeutung verwandelt. Dies bis hierher in einer unendlichen Weltgeschichte und in einem ebenso „unendlichen Alsterdorfer Diskurs“ mit der ständigen Frage „quo vadis?“ – neue Folgen sind absehbar.

DAS KÖNNTE IHNEN GEFALLEN