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Verhältnis Deutschland – USA
Leserbrief von Klaus Naumann, General a.D. (FAZ am 22.2.25, Auszüge)
„Ich habe mein ganzes Berufsleben erfolgreich der Förderung der transatlantischen Verbindungen gewidmet, geprägt von der Dankbarkeit gegenüber den USA, entstanden im zerbombten München 1945. Dem Leitartikel in der FAZ (B. Kohler) kann ich nur zustimmen. Er hat recht mit seiner Folgerung, dass Europa nun entschlossen und sehr schnell reagieren muss. Es muss den in seinem imperialen Wahn verrannten Autokraten Putin die Stirn bieten und dazu die Fähigkeit erwerben, gemeinsam mit den europäischen Atommächten Frankreich und Großbritannien und im Verbund mit Polen Russland abschrecken zu können und andere Europäer zur Mitwirkung aufzufordern. Versagt Europa jetzt, dann muss es sich Putin unterwerfen… Putin reagiert nur auf Macht, Verhandlungen ohne Macht mit ihm sind sinnlos.
Die neue Bundesregierung muss deshalb sehr schnell handeln, sonst könnte es zu spät sein. Deutschland muss verteidigungsbereit werden und Europa ein Beispiel geben…Europa muss endlich gemeinsam sein Gewicht in die Waagschale werfen. Europa, das sind rund 450 Millionen Menschen, das ist eines der größten Bruttosozialprodukte der Welt, ein Vielfaches des russischen. Europa muss diese Auseinandersetzung nicht scheuen, es kann und wird sie gewinnen und so Frieden erhalten. Europa muss nur endlich aufwachen und seine nationalen Eigenbröteleien in die Ecke stellen.
Die Verbindung über den Atlantik aber sollten wir nicht abreißen lassen, denn es wird eine Zeit nach Trump geben. In der kann ein mächtiges Europa auf Augenhöhe erneut Gemeinsamkeit suchen.
Trump und den Seinen sollten wir aber schon jetzt auch deutlich sagen, dass sie das Vermächtnis der Hunderttausenden von amerikanischen Toten mit Füßen treten, die in den Weltkriegen geholfen haben, die Freiheit zum Sieg zu führen und eine Insel der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu errichten.
Vor diesem Hintergrund können selbst eingeschworene Freunde der USA in Europa und auf der Welt für einen zwar demokratisch gewählten, sich aber autokratisch gebenden amerikanischen Präsidenten nur Verachtung empfinden, der Freunde wie die Ukrainer im Stich lässt, die sich unter großen Opfern gegen einen völkerrechtswidrigen, verbrecherisch geführten Angriffskrieg wehren, und der seine Erbärmlichkeit hinter Lügen verbirgt, nur Verachtung empfinden.“
Karikatur in der FAZ:

Karikatur in der FAZ:
„Sie tanzen uns weiter auf der Nase herum, wenn wir nicht endlich aufwachen „
Jochen Buchsteiner in der FAZ am 23.2.25 mit dem Titel: „Die internationalen Beziehungen sind wieder in grauer Vorzeit angelangt: beim Recht des Stärkeren. Deutschland und Europa müssen sich wappnen.“
Weiter: „Die Idee einer transatlantischen Wertegemeinschaft hat Donald Trump den Europäern nun entzogen. Die USA wenden sich ab von völkerrechtlichen Normen und Verträgen, hin zu einer Politik des Eigennutzes.“
Anmerkungen eines in den USA ausgebildeten Fliegeroffiziers
Blick zurück: Ehemalige US-Präsidenten
Ehemalige Starfighter-Piloten, in den USA ausgebildet, denken gerne und mit Stolz an die Worte von Ronald Reagan(Präsident von 1981 bis 1989) zurück, der zum Abschluss des Ausbildungsprogramms in Luke AFB/Arizona im Jahr 1983 feststellte: „In addition to increased military readiness through common equipment, training, and tactics, the personal bonds of friendship that have developed over the past quarter of century have done much to improve relations between Germany and the United States. It is encouraging to know that those friendships will continue to be fostered by the Cactus Starfighter Squadron.”
Deutschland denkt mit Dankbarkeit zurück an die engagierte Unterstützung des früheren Präsidenten George Bush (Präsident von 1989 bis 1993) im Rahmen der Wiedervereinigung. Im Unterschied zu der britischen Präsidentin Margaret Thatcher und dem französischen Präsidenten Francois Mitterand gehörte George Bush neben dem spanischen Präsidenten Felipe Gonzales zu den herausragenden Befürwortern der deutschen Wiedervereinigung. Diese Unterstützung hat ihm die deutsche Nation (neben dem russischen Präsidenten Gorbatschow) nie vergessen. (Erfreulicherweise war zu diesem Zeitpunkt ein Donald Trump nicht Regierungschef. Man stelle sich vor, zu diesen Zeiten wären Trump und Vance in Regierungsverantwortung gewesen!!).
In der heutigen Zeit erscheint auch die Partnerschaft einer amerikanischen Fliegerstaffel in Luke AFB mit der deutschen Cactus Starfighter Staffel aus dem Jahr 2000 als mit der aktuellen US-Politik nicht mehr vereinbar. In einem Gründungsdokument (Decree of Honor) wurde damals u.a. festgestellt : „…as brothers in air warfare…and as a visible symbol of the strong bonds between the American and German people….the members of both squadrons pledge…to maintain and honor the common heritage of the German and United States Air Forces… Wären das vertretbare Worte in der Regierungszeit eines Donald Trump / JD. Vance gewesen?
Das waren noch Zeiten…mit dem Duo Bush/Gorbatschow!!! Jetzt haben wir das Duo Trump/Putin. Die europäischen Nationen sind gefordert!
Text-Zusammenstellung und Ergänzungen:
Hans Jürgen Merkle
Generalmajor a.D. der Luftwaffe
Staffelkapitän a.D. der Cactus Starfighter Staffel

