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Herrn Bischof Thomas Adomeit:
Sehr geehrter Herr Bischof,
im Interview „warnen“ Sie vor einer Aushöhlung des „Asylrechts“ und plädieren für eine bessere Integration der „Geflüchteten“ (?) als Lösung der Migrationsprobleme.
Mit Ihren Aussagen unterstützen Sie angesichts der aktuellen politischen Diskussion einseitig politische Vertreter, insbesondere auf der links-grünen Seite. Mit Ihrer Argumentation lehnen Sie eine Verbesserung des Asylrechts durch Reduzierung des Migrations-Umfangs (wie beispielsweise auch von Vertretern einer christlichen Partei gefordert) in Deutschland offen-sichtlich ab. Sie verkennen dabei, dass erst eine glaubwürdige Migrationspolitik einschließlich schnellerer Abschiebungen nach Zurückweisung an der Grenze die Voraussetzung für eine allgemeine Akzeptanz für eine Integration der anerkannten Migranten darstellen kann.
Ich halte Ihre Einmischung in politische Erwägungen für unsachlich und aus kirchlicher Sicht weder für geboten, sondern allenfalls für nachteilig, da man als Christ (und Nicht-Christ) zu dieser Problematik auch eine gut begründete, kritische Meinung vertreten kann. Christliche Belehrung wird dann eher als ‚anmaßend‘ empfunden.
Nach meinen Informationen vertritt die Mehrheit der deutschen Bevölkerung aus für mich nachvollziehbaren Gründen eine kritische Position nur zum Migrationsumfang und plädiert für dessen Reduzierung (wie in vielen anderen europäischen Staaten). Dies ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass mit einem geringeren, gesteuerten Migrationsumfang zu einer besseren Integration der anerkannten Migranten beigetragen werden kann. Gleichzeitig sollten Sie nicht generell von ‚Geflüchteten‘ sprechen und dabei verschweigen, dass es dem überwiegenden Teil der (freiwillig geflüchteten, also ‚Flüchtlingen‘ nach meinem Sprachverständnis) Migranten allein um eine Verbesserung ihrer sozialen Lebensumstände geht – insbesondere in dem europäischen Land, das für seine großzügige, unkontrollierte Aufnahmebereitschaft nichtdeutscher Menschen inzwischen weltweit bekannt ist.
Mit Ihrer einseitigen, unsachlichen Stellungnahme laufen Sie deshalb Gefahr, einen erheblichen Teil ihrer Mitglieder zu verärgern und weitere Kirchenaustritte zu provozieren.
Auch sollten Sie nicht verschweigen, welches Leid einige „Migranten“ in diesem Land verursacht haben – gerade dies erfordert eine gründliche, zügige Kontrolle der Antragsteller auf Asyl – und bei fehlender Anerkennung eine rasche Abschiebung.
Hinweis: Auch dem ehemaligen Landesbischof in Bayern (Bischof Bedford-Strohm, zudem Mitglied der SPD !) ist es vor einigen Jahren nicht gelungen, mit seinen linken Positionen als SPD-Mitglied eigene Kirchenmitglieder zu überzeugen und Kirchenaustritte aufzuhalten. Ganz im Gegenteil.
Als langjähriges Mitglied der evangelischen Kirche und immer parteiunabhängig habe ich damals – wie viele andere Kirchenmitglieder – nach gründlicher Überlegung die Konsequenzen gezogen und bin deshalb ausgetreten. Mit dem Geld meiner Kirchensteuer wollte ich – indirekt durch einen Bischof – keine politische Partei unterstützen. Insgesamt halte ich das Verhalten dieses Bischofs (Parteimitgliedschaft) zudem für skandalös!
Auch kirchliche Vertreter sollten nicht verkennen, dass dem erheblichen Migrationsansturm (seit 2015) Grenzen gesetzt sind. Fakten unterstreichen dies: so leben seit 2021 mehr als 22 Mio Menschen mit Migrationshintergrund in unserem Land, jeder fünfte Ausländer lebt von Hartz IV, der Anteil rechtskräftig verurteilter Ausländer beträgt (Stand 2016) 31 Prozent (bei einem Ausländeranteil von 11 Prozent).
Angesichts Ihrer Aussagen bekräftigen Sie, Herr Bischof Adomeit, ungewollt meine damalige Auffassung und Vorgehensweise. Dies ist nicht mehr meine Kirche.
Über Kirchenaustritte und den Erfolg rechtspopulistischer Parteien braucht sich auch die Kirche nicht zu wundern.
Mit freundlichen Grüßen,
Hans J. Merkle
