Der Alsterdorfer Diskurs – quo vadis?

von Diskurs Hamburg

Der Beitrag im PDF-Format findet sich hier.

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter, Demokratie ist ein Zustand permanenter Auseinandersetzung, möglichst konstruktiv im letztlichen, überlegenen Konsens der Demokraten. Bei jedoch defizitärem Gebrauch sowie libertärer Überhöhung stellt die größte Gefahr für die Demokratie schließlich die Demokratie selbst dar.

Als der Eiserne Vorhang fiel, dachte man, dies sei das Ende der Geschichte. Wir erleben es ganz anders. Warum? Es fehlt an Bildung, historischer Wahrnehmung und ergebnisorientierter Entschlusskraft. Diese kann man sich aber durch ständiges und gemeinschaftliches Bemühen verschaffen. Wenn jedoch nur 2 bis 2,6 % der Bevölkerung wirkliches politisches Engagement zeigen, wird es bereits schwierig, denn wer keine hinreichende Ahnung hat, hat auch keine Meinung.

Unter der erschlagenden Masse aller Formen politischer Auseinandersetzungen überhaupt und erst recht in dieser global-zentrifugalen Gegenwart kann man die „Bundeszentrale für politische Bildung“ als einen möglichen Anker erkennen. Einen gedanklichen Leitfaden liefert z.B. der Dialog unter dem Titel „Dieser westliche Triumphalismus ist ein großer Selbstbetrug“   –   schnell im Internet zu erreichen:

https://www.bpb.de/themen/deutschlandarchiv/542672/dieser-westliche-triumphalismus-ist-ein-grosser-selbstbetrug

Wenn wir uns also der sehr zu lobenden Mühe eines „Alsterdorfer Diskurses“ unterziehen, braucht es Struktur – Voraussetzung für jeglichen Erkenntnisprozess und Erfolg. Dann auf der einen Seite – sehr zu lobende! – differenzierte Artikel zu schreiben und auf der anderen Seite diese in einem offenen Restaurant bei Lärm und ungeregelt-konkurrierendem Gedankenfluss, vielleicht noch in nihilistischer Selbstironie, zu diskutieren, ist nur anstrengend und führt nicht zum Ziel. Dass deshalb jetzt ein neues Format beginnt, ist sehr zu loben!

Wie überall im Leben, wo es belastbar vorwärtsgehen soll, braucht es letztlich Qualität. Und diese gewinnen wir nur in einem abgeschlossenen Raum bei klarer Themensetzung, möglichst ausgewählten Sachvorträgen, die angekündigt werden, auf die sich jeder ggf. vorbereiten kann und die anschließend unter Führung eines Moderators diskutiert werden.

Die CDU ist wieder stärkste Kraft, kommt aber bisher über diese ca. 30 % noch nicht hinaus. Dabei besitzt sie ein gutes neues Grundsatzprogramm mit dem Credo „CDU pur“. Dies ist aber kein Selbstläufer, sondern will gemeinschaftlich und belastbar gelebt werden. Das fehlt noch in fundierter Breite mit besserem Schulterschluss. Wir können das! Unter bewusstem Verzicht auf einen langen Artikel seien mir bitte diese Gedanken, komprimiert auf einem Blatt, gestattet.

Dr. Hermann Uhlig, Orthopäde im sog. „Unruhestand“ und als einer, der einst seine Freiheit aus der DDR-Diktatur heraus hart erkämpfen musste und leider zunehmend nicht nur erstaunt, sondern erschrocken ist, wie das Wort „Freiheit“ sich zunehmend abnutzt, bis hin zum billigen Konsumartikel, sodass Radikalität in Gestalt rechter und linker Strömungen geradezu logisch ist. Deshalb: „O Freunde, nicht diese Töne! Sondern lasst uns angenehmere anstimmen und stimmungsvollere!“ (Ode an die Freude, Weltkulturerbe, Europahymne, zeitlos).

DAS KÖNNTE IHNEN GEFALLEN